26 % der Investoren mit Hochrisiko-Produkten geben an, nur eine sehr geringe oder gar keine Risikobereitschaft zu haben (Financial Conduct Authority, Financial Lives Survey 2024; Consumer investments, 2025).
Diese Zahl irritiert. Und sie ist kein Ausreißer.
Sie steht für ein strukturelles Problem, das Finanzberater, Portfolio Manager und Regulatoren seit Jahren begleitet: Was Investoren über sich sagen – und wie sie sich in Stressphasen tatsächlich verhalten – passt oft nicht zusammen.
Diese Lücke hat einen Namen: Behavior Gap.
Ein teures Muster
Der Behavior Gap ist kein theoretisches Konstrukt. Er kostet Rendite – Jahr für Jahr. Langjährige Analysen zeigen, dass Investoren ihre theoretisch mögliche Marktrendite systematisch unterschreiten. Nicht wegen falscher Produkte oder mangelnder Information, sondern wegen ihres Verhaltens: zu spätes Einsteigen, zu frühes Aussteigen, hektische Richtungswechsel in volatilen Phasen (DALBAR, Quantitative Analysis of Investor Behavior, 2024).
Es handelt sich dabei nicht um Einzelfehler, sondern um ein wiederkehrendes Muster.
Wenn Überzeugung auf Stress trifft
In ruhigen Marktphasen wirken Entscheidungen konsistent. Ziele sind definiert, Strategien plausibel, Risikoeinstellungen klar. Doch Märkte bleiben selten ruhig. Sobald Volatilität steigt, Verluste auftreten oder Unsicherheit dominiert, verändert sich Verhalten. Pläne geraten unter Druck. Emotionen übernehmen. Entscheidungen kippen. Der Behavior Gap entsteht genau hier:
➝ zwischen dem, was Investoren planen,
➝ und dem, was sie unter Stress tatsächlich tun.
Die Ära der Evidenz
Die neue Ära im Investment- und Beratungsalltag beginnt nicht mit neuen Produkten, sondern mit einer neuen Währung: Evidenz über Zeit.
Denn entscheidend ist nicht nur das Ergebnis.
Entscheidend ist vielmehr, ob Entscheidungen auch langfristig gut begründet und überprüfbar sind.
Als unabhängige Honorarberater unterstützt das Team der primus finance GmbH seine Mandanten täglich bei der passenden Ausrichtung ihres Portfolios und der Vermeidung eines Behavior Gap.
Quelle: teilweise Gerlinde Berghofer von BehaviorQuant (the era of evidence: https://behaviorquant.com/de/the-era-of-evidence-making-the-behavior-gap-measurable/?utm_medium=email&_hsenc=p2ANqtz–QYi-N3LhA0FpgGIZ0DQirfkg9LjN-DTWU_J-B2rQ7lG1InLXhHoB8g3CuY96fn_nlFVUsl8Glo5wbZXd5Ml6S0jH03w&_hsmi=129418291&utm_content=129418291&utm_source=hs_email)
