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Zwischen Feuerpause und Zinsangst

Während die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten – insbesondere rund um den Konflikt mit dem Iran – die Schlagzeilen beherrschen, zeigen sich die Börsen erstaunlich resilient, wenngleich hochgradig nervös.

Für Langfristanleger gilt mehr denn je: Ruhe bewahren. Die Geschichte zeigt, dass geopolitische Kursrücksetzer oft kurzfristiger Natur sind („Politische Börsen haben kurze Beine“). Ein breit gestreutes Weltportfolio bleibt das Fundament, um von der langfristigen Innovationskraft der Weltwirtschaft zu profitieren.

Die Rohstoffmärkte reagieren am sensibelsten auf die Nachrichtenlage: Nach einem massiven Anstieg des Ölpreises zu Beginn des Iran-Konflikts sehen wir aktuell eine leichte Entspannung. Berichte über eine mögliche Feuerpause drückten den Preis für Brent-Öl zuletzt wieder in Richtung der 100-Dollar-Marke. Dennoch bleibt Energie teuer, was die Inflationssorgen befeuert.

Der Goldpreis hat eine turbulente Phase hinter sich. Nachdem es als sicherer Hafen über die Marke von 5.200 USD gespurtet war, sahen wir zuletzt Gewinnmitnahmen und eine Korrektur auf rund 4.750 USD. Gold bleibt eine wichtige Versicherung im Depot, kämpft aber derzeit gegen die attraktiver werdenden Zinsen.

Ein kritischer Faktor der aktuellen Krise ist die Auswirkung auf den Anleihemarkt: Der Krieg hat die Inflationserwartungen weltweit nach oben geschraubt. In der Folge stiegen die Renditen für Staatsanleihen deutlich an.

Die deutschen Bauzinsen sind seit Ausbruch der Krise um gut 0,4 Prozentpunkte gestiegen. Die EZB hält den Leitzins zwar aktuell stabil bei rund 2,15 % (Hauptrefinanzierung), doch der Markt preist bereits eine „höher-für-länger“-Politik ein, falls die Energiepreise die Inflation erneut anheizen.

Fazit für Ihr Depot

Die aktuelle Lage erfordert Disziplin. Während Gold und Öl als taktische Absicherung dienen, bleibt die Welt-AG über ETFs das Kerninvestment. Bei größeren Einmalsummen kann eine geographische Rotation (Reduzierung USA und Europa, hin zu Asia/Pazifikmärkten und Japan), sowie eine Umschichtung in festverzinste Wertpapiere, etwas Ruhe ins Portfolio bringen und Renditen, der in den letzten Monaten gut performenden Märkte, die durch die Iran-Kriegssituation nicht in Mitleidenschaft gerissen wurden (bzw. davon profitieren), sichern.

Allgemein gilt für ein weltweit gestreutes Aktienfondsportfolio: Die Volatilität ist hoch, bietet aber gerade für Sparplan-Anleger die Chance, in Schwächephasen günstiger Anteile zu erwerben.